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Klett, Renate (Hrsg.), Alain Platel

NAHAUFNAHME: Alain Platel
Gespräche mit Renate Klett

174 Seiten
Alexander Verlag
Originalausgabe. Broschur, s/w Abb.
ISBN: 978-3-89581-175-3

12.90 €



mehr zu Renate Klett (Autor)
mehr zu Alain Platel (Autor)

In ausführlichen und persönlichen Gesprächen mit der Theaterkritikerin Renate Klett spricht der belgische Choreograph Alain Platel über seine Theaterarbeit, seine Motivationen und Schwierigkeiten, die Inhalte und Intentionen seiner Kunst und seine Vorstellung von Menschlichkeit und sozialer Verantwortung. So entsteht ein authentisches Bild des Künstlers, das die Einzigartigkeit seiner Arbeit zu verstehen hilft und zugleich einen Blick auf die Entstehungs- und Produktionsprozesse erlaubt. Ergänzt wird der Band mit zahlreichen Abbildungen und einem ausführlichen Werkverzeichnis.

»Platels Universum aus Dreck und Glorie läßt sich nicht nacherzählen, nur erleben. Es braucht das Klima, die Musik, den Schweiß, braucht Augen, randvoll mit Tanz und Verzweiflung, oder jemanden, der auf einem Geländer sitzt und einen Apfel ißt. Jeder Triumph kann ins Ungeschick stürzen, jede Begrenzung das Fliegen lehren. Seine Stücke sind auf verquere Weise religiös, und sie handeln immer vom Tod. Sein Humor, der liebevoll sein kann oder böse, niemals zynisch, paßt ebenso dazu wie die gierige Lebenswut seiner Stücke und ihre unergründliche, tief empfundene Humanität.« Renate Klett

»Entspannt erzählt Platel, der zu den wichtigsten Gegenwartschoreografen zählt, über seine Arbeit und liefert damit wertvolle Informationen zum Verständnis seiner Stücke und seines besonderen, immer am Menschen orientierten Kunstverständnisses.«
Der Standard – SPEZIAL ImPulsTanz

»Alain Platels Theater ist deshalb so groß, weil es gar kein Theater sein will", schreibt Andreas Schäfer in der Berliner Zeitung. Was genau Platel, der oft mit unprofessionellen Schauspielern, Kindern und Behinderten arbeitet, auf der Bühne macht, ist schwer zu beschreiben: Er wirkt eher wie ein genialer Motivierer, wie ein Angstnehmer und Seelenbefreier. Er enthemmt seine Schauspieler, ohne sie zu verraten. Er bringt sie zu extremen Gefühlsausbrüchen und schützt sie durch eine feine Haut aus Ironie, durch einen spielerischen, Trost spendenden Workshop-Hintergrund. Er verbindet die Drastik einer Sozialreportage mit der Albernheit eines Kindergeburtstags und kombiniert die vielen Geschichten wie ein Zirkusjongleur.« Foyer – Das Theatermagazin, 3Sat

»Ich habe Lust, extreme Bilder zu zeigen, überraschende Bilder, nicht um zu provozieren, sondern weil es das ist, was ich selbst im Theater sehen möchte.« Alain Platel


»Ich finde, daß das Leben als solches etwas sehr Trauriges ist, vielleicht will ich deshalb, daß meine Stücke immer mit dem Tod enden, weil das eben irgendwie der Zweck des Lebens ist. Ich habe Angst vor dem Tod, jeder hat Angst vor dem Tod, aber das verhindert nicht, daß ich das Schöne sehe, einen Baum, das Meer, und ich kann mich daran freuen. Trotzdem habe ich tief in mir sehr schwarze, sehr pessimistische Gedanken. So ist einfach meine Einstellung zum Leben. Aber der Tod ist nie wirklich das Ende der Stücke – am Ende ist immer die Musik, die Hoffnung. Das ist die stärkste Realität und die wahrste. Ich suche immer eine zeitlose Musik dafür, die viele Gefühle zusammenbringt und frisch ist, obwohl sie vor Hunderten von Jahren erfunden wurde.« Alain Platel

»VSPRS« – 2006 als Gastspiel zum Festival zeitgenössischen europäischen Theaters in Leipzig
Alain Platel wählte die »Marienvesper« von Claudio Monteverdi (1610) zum Ausgangspunkt seines Stücks. Der Italiener Fabrizio Cassol hat aus der sakralen Komposition mit seinem Jazztrio Aka Moon, einem Barockensemble und Zigeunermusikern einen ungewöhnlichen Klang erarbeitet. »vsprs« stellt das Ergebnis Platels intensiver Zusammenarbeit mit Tänzern aus zahlreichen Ländern dar und verleiht den Ausgegrenzten eine Stimme. Das Stück ist abstrakter als seine bisherigen Arbeiten, die auf menschlich berührende Art in aller Welt begeisterten.

»WOLF« – 2004 als Gastspiel bei den Berliner Festspielen
Mit Wolf entwirft Platel eine Choreografie aus Gesang, Tanz, Akrobatik, Parodie, Slapstick, Gewalt, politischer Manifestation und Poesie – ein Reich der Sinne, wie es im Theater selten zu sehen ist.

Zuletzt inszenierte Alain Platel bei »Nightshade« zusammen mit sieben weiteren Starchoreographen im Hebbel am Ufer »einen poetisch überhöhten, flirrend schönen Strip« (Berliner Zeitung).2004 war der international renommierte Choreograph mit »Wolf« zum Berliner Theatertreffen eingeladen und 2006 gastierte er mit »vsprs« an der Berliner Staatsoper.


In Vorbereitung sind NAHAUFNAHMEN von Dimiter Gotscheff, Robert Lepage, Michael Thalheimer, Sasha Waltz, Jossi Wieler, Michael Haneke und Keith Johnstone.

www.nahaufnahme.eu







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