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Chion, Michel

Techniken des Drehbuchschreibens

268 Seiten
Alexander Verlag
Broschur
ISBN: 978-3-89581-064-0

17.90 €



mehr zu Michel Chion (Autor)

Michel Chions Geständnis im Vorwort, er sei voreingenommen an das Buch herangegangen, bezieht sich nicht auf die englischsprachigen Handbücher zu diesem Thema, deren Pragmatismus er mit einer Mischung aus Faszination und Ironie gegenübersteht. Nein, seine vorgefaßte Meinung lautet: Geschichten wiederholen sich offensichtlich ständig. Was dagegen stets offen und jederzeit erneuerbar ist, ist die Kunst des Erzählens. Erklärtes Ziel dieses Buches, das aus der Untersuchung von vier Drehbüchern klassischer Filme und der Analyse von sechs Handbüchern besteht, ist es, dazu beizutragen, daß bessere Drehbücher geschrieben werden. Als Untersuchungsobjekte im ersten Teil dienen Eric Rohmers Pauline am Strand, Howard Hawks' Haben und Nichthaben, Das Testament des Dr. Mabuse von Fritz Lang und Landvogt Sansho von Kenji Mizoguchi, die Chion als typische Vertreter vier verschiedener Genres von Drehbüchern nebeneinanderstellt. Der zweite Teil entspricht mit seinen Gesetzen, Techniken, Ratschlägen und Beispielen der Form eines amerikanischen Handbuchs. Ein Kapitel mit den am häufigsten benutzten Präsentationsformen von Drehbüchern bildet den Abschluß dieses Bands, der keine Modelle verkündet, sondern die im Drehbuch systematisch oder intuitiv verwendeten Techniken aufspürt. Laut Chion, der an dem vereinfachenden Pragmatismus vieler Handbücher zweifelt, beruht die Erzählform im Drehbuch weniger auf Ideenals auf Tricks und Techniken.


»In der Einleitung von Michel Chions Techniken des Drehbuchschreibens erwähnt der Autor, dass seine französischen Landsleute den englischsprachigen Handbüchern mit einer "Mischung aus Faszination und Ironie gegenüberstehen". Trotz seiner Skepsis gegenüber jenem Pragmatismus hat er aus den Lehrbuchklassikern der Jahre 1952 bis 1985 die Essentials der Drehbuchlehre zusammengetragen. Chions Credo gilt aber der offenen und damit einzigartigen Kunst des Erzählens. Chion dekliniert sein Credo -- einer prinzipiell offenen und damit je einzigartigen Kunst des Erzählens -- am Beispiel von vier völlig unterschiedlichen Filmen durch, die sich hinsichtlich Genre, Epoche und Herkunftsland unterscheiden und die Chion bis in die Szenenfolge rekonstruiert. Man merkt: Hier spricht der Kritiker der Cahiers du Cinéma.«
Marcus Welsch (Filmemacher)


Deshalb unterscheidet er nicht zwischen kleinen Kniffen und allgemeingültigen Auffassungen: »Erst wenn ein Drehbuch in einem Film Anwendung findet und dort lebt und atmet, wird aus der Technik Ausdruck und Poesie. Wen kümmert es dann noch, daß es ursprünglich nur ein dramatischer Mechanismus oder eine erzählerische List war, die man sich nicht eingestehen will.« Michel Chion schrieb für die Cahiers du Cinéma über Bergman, Fellini, Tarkowski und David Lynch, außerdem Aufsätze über Ton und Sprache im Film. Es liegen von ihm Essays und Artikel zu ganz unterschiedlichen Themen vor: Er beschäftigt sich mit konkreter Musik, mit Chaplin und Tati, mit dem Filmgeschäft und Theorien über das Drehbuchschreiben. Er ist Filmemacher - vor allem von Kurzfilmen und Videos -, Komponist für konkrete Musik, Begründer des Verlags Tonkonzept, hat sich mit dem Hören und der »Audiovision« beschäftigt, ist Toningenieur und Lehrer. Er unterrichtet Inszenieren in mehreren professionellen Zentren und an verschiedenen französischen Hochschulen.

»In Frankreich sind Michel Chions Drehbuch-Tipps bereits vor 15 Jahren erschienen; inzwischen in der siebten Auflage. Höchste Zeit, daß man sie endlich auch auf deutsch bekommt. Denn sie sind nicht nur für Fachleute, sondern auch für Laien interessant. Chion entzaubert ein Gewerbe, das allzu häufig als genialisch gilt. Demgegenüber zeigt er, daß gute Drehbücher nicht durch spontane Eingebungen entstehen. Man muß vor allem das Handwerk und dessen Regeln beherrschen. Die aber kann man lernen. Auch beim Drehbuchschreiben gilt das alte Prinzip: höchstens 5% sind Inspiration. Der Rest: Transpiration.«
Michael Schornstheimer für NDR Literaturtipp Red. Sárkány

»Schon 1985 erschien in Frankreich die 1. Auflage dieses hilfreichen Leitfadens zur Drehbuchgestaltung, seitdem hat dieses Buch dort zahlreiche Neuauflagen erfahren. Anhand von Klassikern der Filmgeschichte, z.B. To Have and to Have not von Howard Hawks und Das Testament des Dr. Mabuse von Fritz Lang wird zunächst die Kunst des sinnvollen Erzählens vorgeführt. Der 2. Teil des Buches setzt sich mit praktischen Techniken, Gesetzmäßigkeiten, Beispielen und Tricks auseinander, die man bei der Erstellung eines Drehbuches beherzigen sollte. Zusätzlich zur Erweiterung des Erfahrungsschatzes eines potenziellen Drehbuchschreibers erhält man so in den lesenswerten Texten Informationen über viele Filme der Filmgeschichte, die jeden Cineasten interessieren dürften.« ekz-Informationsdienst



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