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Gottfried Benn

Gottfried Benn

Gottfried Benn, 1886 in Mansfeld/Brandenburg geboren, ist einer der bedeutendsten deutschen Lyriker des 20. Jahrhunderts.

Er studierte Medizin und nahm als Militärarzt am Ersten Weltkrieg teil. 1912 erschien Benns erster Gedichtband (Morgue und andere Gedichte), der mit herkömmlichen poetischen Traditionen radikal brach und in dem vor allem Eindrücke aus seiner Tätigkeit als Arzt starken Niederschlag fanden. Diese Veröffentlichung war zwar ein Skandal, begründete aber Benns frühen Ruhm. 1917 erschienen seine gesammelten Gedichte im Verlag der Aktion unter dem Titel Fleisch.

Nach dem Krieg ließ er sich als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Berlin nieder und führte hier seine Praxis bis 1935. 1922 erschienen seine Gesammelten Schriften. 1932 wurde Benn Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Abteilung Dichtung. 1933 - 1934 sympathisierte er vorübergehend mit der nationalsozialistischen Ideologie. 1935 ließ sich Benn als Oberstabsarzt in Hannover reaktivieren. Es erschienen die Ausgewählten Gedichte, Benns letzte Publikation in der Nazizeit, die in Das Schwarze Korps und im Völkischen Beobachter heftig angegriffen wurde.

1937 - 1945 wurde er nach Berlin versetzt. Tätigkeit im Militärischen Versorgungswesen als Gutachter in Fürsorge- und Rentenfragen. 1938 Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer und Schreibverbot. 1943 ging Benn als Oberarzt nach Landsberg a.d. Warthe, 1945 kehrte er nach Berlin zurück und nahm die ärztliche Tätigkeit in seiner alten Praxis wieder auf.

Ab 1948 durfte Benn wieder in Deutschland veröffentlichen. Mit der Verleihung des Büchner-Preises 1951 fand seine Karriere ihren vorläufigen Höhepunkt. Benn starb 1956 in Berlin.

Weitere Infos unter:

Gottfried-Benn-Gesellschaft

Gottfried Benn beim Verlag Klett-Cotta