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André Bazin

André Bazin

André Bazin, bedeutendster französischer Filmkritiker nach dem II. Weltkrieg und geistiger Vater der Nouvelle Vague, etablierte mit seinen Texten die Filmkritik in Frankreich als intellektuell hochstehendes Metier. Mit dem Anspruch, eine Filmkritik zu erfinden, die in die Tiefe geht und nicht nur die Handlung bewertet, beginnt er 1943 zu schreiben - und geht mit seinen kritischen Analysen weit über das reine »Sehenswert« bzw. »Nicht sehenswert« hinaus. Seine oft langen Artikel kommentierte Bazin lächelnd mit dem Satz, er hätte keine Zeit gehabt, weniger zu schreiben.
1951 gehörte er zu den Gründern der Zeitschrift Cahiers du Cinéma, in der u. a. Truffaut, Godard, Rivette, Moullet, Rohmer und Chabrol veröffentlichten. Sie alle hatten ein herzliches Verhältnis zu Bazin, den sie als einen der Ihren betrachteten und der sie als Regisseure stimulierte. Bei ihm verbanden sich Güte, Intelligenz und Humor in besonderer Weise.
Bazin glaubte an eine soziale Ästhetik des Kinos - vielleicht wird man in seinem Werk auch deshalb vergeblich nach einem unbarmherzigen Artikel suchen.

»Bazin war in seiner Arbeit als Filmkritiker wie ein Fisch im Wasser.« François Truffaut

»Wer mit Bazin zu tun hatte, wurde ein besserer Mensch.« François Truffaut

»Ohne ihn gäbe es Vieles nicht: keine Autorentheorie, keine Cahiers du Cinéma, keinen Filmregisseur François Truffaut, vielleicht überhaupt keine Nouvelle Vague. Indirekt wirkt er bis heute auf alle ein, die an Hochschulen, in Kritiken und theoretischen Texten das komplexe Gebilde Film erklären wollen.« Andrea Dittgen, film-dienst (2004)


www.cahiersducinema.com