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Ariane Mnouchkine

Ariane Mnouchkine

Die französische Regisseurin Ariane Mnouchkine, geboren 1939 in Boulogne-sur-Seine, leitet seit 1964 das Théâtre du Soleil in der Cartoucherie in Vincennes bei Paris. Der Name ihres Theaters meint »Hitze, Licht, Schönheit, Leben – eben Theater!« Auf diese Ideale ist ihr Theater bis heute ausgerichtet.

Ihren internationalen Durchbruch erzielte Mnouchkine 1970 mit der Produktion 1789, einem Stück über die Französische Revolution, für das sie eine bis dahin unbekannte Theatersprache erfand. Das Stück wurde aus reiner Improvisation entwickelt, die ein aktives Körperspiel voraussetzt.

Mnouchkine greift in ihrer Arbeit auf alte Volkstheatertraditionen zurück und orientiert sich an fernöstlichen Theaterformen, wie Kathakali, Kabuki oder Noh-Theater, die für sie wichtige Inspirationsquellen darstellen. Das Fundament ihrer Arbeit ist das Spiel des Schauspielers und dessen Phantasie.
»Es geht darum, den Muskel der Phantasie des Schauspielers zu stärken. Es muß den Spielern nach und nach gelingen, Visionen zu haben, visionär zu sein, das zu sehen, wovon sie sprechen, das zu sehen, wohin sie gehen, wo sie sind, den Himmel über sich, den Regen zu sehen, das Gefühl des anderen zu empfangen, an es zu glauben.«

Mnouchkine verfilmte u. a. das Leben Molières (1978), konzentrierte sich in den 80er Jahren auf die Umsetzung von Shakespeare-Stücken, begann 1990 ihren Atriden-Zyklus mit Inszenierungen von Euripides und Aischylos und inszeniert nach Stückvorlagen von Hélène Cixous.


Weitere Infos unter:
www.theatre-du-soleil.fr

Um einen Eindruck von Ariane Mnouchkines ungewöhnlichen Konzepten für Film und Theater zu gewinnen, hier einige Ausschnitte: Et soudain des nuits d'éveil, Tambours sur la digue, Les Atrides, Molière

Gespräch mit Ariane Mnouchkine, ARTE-TV Magazin