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Klaus Michael Grüber

Klaus Michael Grüber

Klaus Michael Grüber (1941–2008) war ein deutscher Regisseur und Schauspieler.
Er studierte zunächst Schauspiel in Stuttgart und wechselte dann ab 1962 als Regieassistent bei Giorgio Strehler ans Piccolo Teatro di Milano, wo er 1967 als Regisseur 1967 mit einer Inszenierung von Bertolt Brechts und Anna Seghers Der Prozess der Jeanne d'Arc zu Rouen debütierte.
1969 ging er nach Bremen, wo er mit seiner unkonventionellen Inszenierung von Der Sturm von William Shakespeare Aufsehen erregte. Ab 1973 arbeitete Grüber fast ausschließlich an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin, in enger Zusammenarbeit mit Peter Stein. Dort schrieben seine Inszenierungen, beispielsweise die Bakchen von Euripides (1974) und vor allem die Winterreise nach Hölderlins Hyperion (1977, aufgeführt im Berliner Olympiastadion), Theatergeschichte.
Grübers Arbeit war gekennzeichnet durch mächtige, schwer entschlüsselbare Bühnenbilder, die er gemeinsam mit Künstlern wie Gilles Aillaud, Antonio Recalcati, Eduardo Arroyo oder Anselm Kiefer erarbeitete und die seinen oftmals kargen Klassiker-Interpretationen gegenüberstanden. Er setzte zudem vor allem zu Schaubühnen-Zeiten auf einen Grundstock von Schauspielern, darunter Bruno Ganz, Otto Sander, Angela Winkler oder Jutta Lampe.
Ab den späten Neunzigern befaßte sich Grüber verstärkt mit Opern-Inszenierungen, sein gemeinsam mit Peter Stein erarbeitetes Konzept einer Ring-Tetralogie für Bayreuth wurde jedoch nicht verwirklicht.
Grüber starb 2008 in Frankreich.

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