Titel

*vor
Aller Tage Abend

Kortner, Fritz

Aller Tage Abend

Autobiographie

Mit einem Nachwort von Klaus Völker

496 Seiten
2. Auflage
2005
Hardcover, Fadenheftung
ISBN 978-3-89581-098-5
19,90 €

Am Abend des 9. Mai 1908 sah der junge Fritz Kortner zum erstenmal den österreichischen Schauspieler Josef Kainz als Franz Moor in Die Räuber von Schiller am Wiener Burgtheater: »Schlagartig wurde ich theaterhörig. Theaterliebeskrank lag ich danach tagelang fiebernd im Bett«, erinnert sich Kortner. Kainz hatte ihn »infiziert«. »Kainz-durchwebt« und »Schiller-trunken« ging er an jenem Abend nach Hause. Theater-trunken blieb er ein Leben lang.
Kortner erlebte alles: seinen erfolgreichen Einstieg in die Theaterwelt, eine Karriere mit Ecken und Kanten zwischen Gradwanderungen höchster Popularität und Verfemung, den Ruhm, den Rausch, den persönlichen Fall, Exil und Rückkehr. Doch unbesiegbarer Optimismus und Hoffnung führten Kortner immer wieder auf die Bühne zurück, er wollte spielen und inszenieren.
Fritz Kortner war ein Künstler, dem es gelungen ist, mit den Höhepunkten seines Wirkens Schaltstellen zwischen Theater und Geschichte zu fixieren.
Aufgrund einer weiteren Begabung, die des Schreibens und Erzählens, gibt Kortner einen persönlichen Einblick in die Theatergeschichte.

»Kortner bewahrte sich bis ins hohe Alter sein Talent zur Auflehnung und zum leidenschaftlichen Widerspruch, er hatte keinerlei Ambitionen, sich zu ›vollenden‹, er bemühte sich, ein Suchender zu bleiben und beim Inszenieren ein Regisseur, der immer wie zum ersten Mal bis auf den Grund des Kunstwerks sieht und alles wiederzugeben versucht, was er gesehen hat.«
Klaus Völker im Nachwort