Beyer, BarbaraWarum Oper?Gespräche mit OpernregisseurenMit einem Vorwort von Albrecht Puhlmann2. Auflage 2005 Broschur ISBN 978-3-89581-145-6 19,90 € |
»Orpheus wird von den Mänaden zerissen, und die einzelnen Glieder schwimmen im Fluss, und jedes Teil singt weiter. Der Gesang ist nicht zu Ende, aber er ist ein anderer geworden.« Heiner Müller
Die Oper - eine 400 Jahre alte Kunstform. Worin liegt ihre Bedeutung in der Gegenwart und welche Perspektiven ergeben sich für die Zukunft des Genres? Diesen Fragen stellen sich 15 Opernregisseure in Gesprächen und Interviews mit Barbara Beyer – Claus Guth, Tilman Knabe, Andreas Homoki, Kirsten Harms, Hans Neuenfels, Peter Konwitschny, Martin Kušej, Nigel Lowery, Peter Mussbach, Sebastian Baumgarten, Paul Esterhazy, Karoline Gruber, Jossi Wieler / Sergio Morabito, Calixto Bieito und Christof Nel. Einleitend beschreibt die Herausgeberin die Problematik heutigen Opernschaffens und vermittelt einen Einblick in die aktuellen inhaltlichen und ästhetischen Fragen an das Genre. Die Gespräche ergeben ein persönliches Porträt der Regiesseure, vermitteln ihre Gedanken, Erfahrungen und Arbeitsmethoden bei einzelnen Inszenierungen. »Kaum ein Genre ist so historisch wie aktuell zugleich: Man gerät nicht nur ins »Kraftwerk der Gefühle«, so Alexander Kluges Definition von Oper, sondern ins Kräftevieleck der Impulse. Die Frage »Warum Oper« heißt also: Was ist das, wie funktioniert es, und vor allem: Wie läßt es sich heute vermitteln?.... Aufregend in der Tat sind diese Gespräche, in denen es darum geht, die vierhunderjährige Gattung für das einundzwanzigste Jahrhundert verständlich zu machen. Der Ernst ist groß, traditionell autoritätshöriges name dropping gibt es nicht, Skepsis und Entschiedenheit bestimmen gleichermaßen den oft verschlungenen Diskurs.« Gerhard R. Koch, Frankfurter Allgemeine Zeitung (2006) »WARUM OPER ist eine intelligente und unterhaltsame Lektüre. Für Opernfans, die faszinierende Hintergrundgespräche mit international bedeutenden Regisseuren finden. Und für Opernneulinge, denen die Scheu vor dem Musiktheater genommen wird. Von Menschen, die für die Oper brennen. Und dieses Feuer hier weitergeben.« Julia Kaiser, SWR2 »Undogmatisch in der Gesprächsführung und mit dokumentarischer Ehrlichkeit porträtiert.Wer sich ein umfassendes Bild über den aktuellen Stand der Opernregiediskussion verschaffen möchte, ist mit dieser Zusammenstellung aus erster Hand gut bedient. Zahlreiche Abbildungen von besprochenen Inszenierungen, ein Register der Komponisten und Werke ergänzen den handlichen Band.« Karim Hassan, Das Orchester (2006) »Eine wichtige, sehr lesenswerte Analyse des Phänomens Oper. Eines der wichtigsten Opernbücher der letzten Jahre ist hier entstanden, das indirekt einen Überblick über Regieströmungen und -Moden gibt.« Markus Thiel, Münchner Merkur (2006) »In fast allen Gesprächen wird der Wunsch der Regisseure spürbar, von den Stücken wegzukommen und in den Ablauf klassischer Werke in einer Weise einzugreifen, wie sie auf dem Sprechtheater gang und gäbe ist. Neben dem Gespräch mit Wieler/Morabito ragen im nachdenkenswerten Sinne die Äußerungen von Konwitschny, Nel und Mussbach heraus.« Uwe Schweikert, Opernwelt (2006) |