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Ausstellung Peter Tollens und Michael Toenges in Berlin

"Colour without Title"

26.1.2018 - 3.3.2018

Uhrzeit: 19:00 Uhr


Galerie Albrecht
Bleibtreustr. 48
10623 Berlin

T: +49 30 20605442
post@galeriesusannealbrecht.de
galeriesusannealbrecht.de/

"Die Galerie Albrecht eröffnet ihre neuen Räume in der Bleibtreustraße 48 am Savignyplatz mit den beiden in Köln lebenden und arbeitenden Künstlern Michael Toenges und Peter Tollens. Ebenso wie der ehemalige Westen Berlins wieder an Attraktivität gewinnt, spielt das einst im Kunstmarkt führende, dann durch Berlin abgeschlagene Köln wieder eine Rolle.
Michael Toenges und Peter Tollens haben Anfang der 80er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf (Michael Toenges *1952) oder an der FHS Köln studiert (Peter Tollens *1954) als Köln in voller Blüte stand: Als die Galeristen Konrad Fischer und Michael Werner, Rudolf Zwirner und Alfred Schmela ihre Galerien öffneten und Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf lehrte. Und sie erlebten den Abstieg: Als alles nach Berlin schaute und Galerien dorthin abwanderten. Sie sind geblieben und haben Gelassenheit gelernt.
Ihre Bilder tragen meist keine Titel. Ereignisse spielen nur indirekt eine Rolle. Der Kunstmarkt kommt und geht, steigt und fällt, das kann sie treffen, hat mit den Bildern jedoch nichts zu tun. Sie werden an einem bestimmten Tag vollendet (Michael Toenges) oder entstehen aus nacheinander aufgetragenen Farben (Peter Tollens), der Weg bis zur Vollendung oder die Entscheidung über die Abfolge der Farbe mag schwer gewesen sein, wichtig ist nur das Ergebnis: Die Ruhe nach dem Kampf, die Harmonie nach dem Chaos. Denn so sachlich archivarisch wie die Bilder dann heißen (20-17-32-28 /Michael Toenges, pariser-preussen blau / Peter Tollens) ist es auf dem Weg bis zu ihrer Fertigstellung nicht zugegangen.
Bei Peter Tollens ist der Bildträger meist Holz, die Farbe Ölfarbe, sie wird mit dem Pinsel aufgetragen. Es variiert die Abfolge der Farben und welche Farbe sich zum Schluss auf der Bildoberfläche befindet: Rot, Grau, Schwarz, Gelb, Orange... Die Farbe auf der Bildoberfläche ist letztendlich nicht das Ergebnis der Farbfolge - so wie es der Titel suggeriert - sondern die Erinnerung an einen Augenblick in der Natur oder einem anderen Ort, der sich mit dieser Farbe verbindet. Der sich wiederholende Arbeitsprozess lässt die Gedanken frei werden und sich ablösen von der realen Handlung. Durch das Auftragen der Farbe entsteht ein Kreislauf von Erinnerung und Emotionen, die sich im Bild wiederfinden. Und die Pinselstriche geben einen variablen Rhythmus vor: Das Bild lässt sich mit einem Musikstück vergleichen: Farben, nicht Töne, folgen rhythmisch aufeinander. Das Bild «orange was the color of the dress then blue silk» nach einem Stück des Jazzmusikers Charles Mingus benannt verrät die Inspirationsquelle.
Michael Toenges Bildträger sind entweder Leinwand oder Papier, die Farben Ölfarben, sie werden sehr pastos mit dem Pinsel und sehr selten auch mit dem Händen aufgetragen. Die Bilder sind fertig, wenn sie einen Klang gefunden haben. Wenn alle frei und ohne Plan gesetzten Pinselstriche zusammenfinden und zur Ruhe kommen. Sie verbildlichen das Schöpferische, den Ursprung der Welt, das Tutti des Orchesters: Wenn ausdem Chaos Ordnung wird, wenn viele Stimmen zusammenkommen und sich zur Einheit verbinden. Harmonie ist zerbrechlich und der Weg zu ihr kann schwer und langwierig sein. Michael Toenges weiß nie, ob er sie wieder findet. Er arbeitet wie ein Artist auf dem Hochseil ohne Netz.
Die Galerie Albrecht freut sich die beiden außergewöhnlichen Künstler in Berlin zu zeigen."