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Buñuels Erwachen

Buñuels Erwachen

Le Réveil de Buñuel. Aus dem Französischen von Uta Orluc unter Mitwirkung von Heribert Becker

2017
296 Seiten. 12,5 x 20,5 cm. Broschur
ISBN 978-3-89581-455-6
22,90 €

Luis Buñuel ist wieder da: Erstmals auf Deutsch die Fortsetzung seiner legendären Autobiographie Mein letzter Seufzer!

Kurz vor seinem Tod 1983 erschien Luis Buñuels Autobiographie Mein letzter Seufzer, die Jean-Claude Carrière nach langen Gesprächen mit dem Regisseur aufgezeichnet hatte. 2011 schreibt Carrière – das literarische Genre der Totengespräche aufgreifend – eine Fortsetzung. Der 1982 geäußerte Wunsch Buñuels bildet den Ausgangspunkt für das Buch:

»Ein Geständnis: Trotz meines Hasses auf die Medien würde ich gern alle zehn Jahre von den Toten auferstehen, zu einem Kiosk gehen und mir ein paar Zeitungen kaufen. Mit den Zeitungen würde ich zum Friedhof zurückkehren und von den Katastrophen der Welt lesen, um dann im sicheren Schutz meines Grabes beruhigt wieder einzuschlafen.«

Dreißig Jahre später besucht Carrière mit einem Stapel Zeitungen und einer Flasche Wein Buñuel in seinem Grab, und die beiden setzen ihr zu Lebzeiten begonnenes Gespräch über den Tod hinaus fort. Anekdotenreich und humorvoll »sprechen« sie über ihre langjährige Freundschaft und Arbeitsbeziehung und den Zustand der mittlerweile digital vernetzten Welt.

Die »Gespräche« voller bislang unveröffentlichter Anekdoten sind eine perfekte Einführung in das Werk des großen Regisseurs und die überraschende Fortsetzung seiner wunderbaren Autobiographie Mein letzter Seufzer.

Die filmgazette.de über das Buch:

 

http://filmgazette.de/2017/11/07/gespraeche-mit-einem-toten-jean-claude-carrieres-buch-bunuels-erwachen/

 

"Jean-Claude Carrière, selbst ein brillanter Denker und Erzähler, mischt Buñuels pessimistische Weltsicht und spöttisch formulierten Einsichten mit feinem, (selbst)ironischem Humor und einem „apokalyptischen“ Lachen. Dabei verbindet er die oft katastrophischen Tagesaktualitäten immer wieder mit Ausflügen in die (gemeinsame) Vergangenheit. Noch einmal berichtet er von Luis Buñuels Begegnungen mit Freunden und künstlerischen Weggefährten, von ihrer gemeinsamen Arbeit beim Drehbuchschreiben in ritualisierten „Improvisationssitzungen“, von Buñuels Lust am Schabernack und der Täuschung, seiner „Leidenschaft fürs Träumen“, seiner „sporadischen Sehnsucht nach Wildheit“, seinem antibürgerlichen Wesen und seiner Distanz zum eigenen Werk.

Über all diesen Themen und Anekdoten kreist Carrières Alterswerk aber vor allem und immer wieder um die Frage nach dem Tod, die ihre Spannung gerade aus der Dialektik der fiktiven beziehungsweise unwirklichen Begegnung bezieht. In einer doppelbödigen Selbsttäuschung huldigt der Schriftsteller der Illusion der Literatur sowie dem Tod als zwar unergründlichem, aber nichtsdestotrotz wirklichem Sinnstifter des Lebens. Und so lässt er seinen verstorbenen Freund schließlich resümieren, was er vermutlich selbst denkt: „Es ist der Tod, dem wir alles verdanken. Alles, was wir sind, alles, was wir getan, begehrt, geliebt, kennengelernt, erlebt haben. Unser ganzes Leben. Alles. (…) Denn wir können uns nicht als unwandelbar Lebende vorstellen.“ filmgazette.de