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Bambi vs. Godzilla

Bambi vs. Godzilla

Über Wesen, Zweck und Praxis des Filmbusiness

Bambi vs. Godzilla – On the Nature, Purpose, and Practice of the Movie Business. Aus dem Amerikanischen von Bernd Rebhandl

2008
264 Seiten. Fadenheftung. Broschur
ISBN 978-3-89581-184-5
vergriffen
19,90 €

Das Filmbusiness wird regiert von Gier, Eitelkeit, Dummheit, Bürokratie, Gemeinheit und ist bevölkert von narzißtischen Stars und korrupten Produzenten.

Diese sarkastisch-spitze Sammlung von Essays und Kolumnen des amerikanischen Dramatikers, Drehbuchautors und Regisseurs David Mamet deckt die Machenschaften der »Traumfabrik Hollywood« schonungslos auf und rechnet mit der amerikanischen Filmindustrie ab. Mamet gibt Einblick in nützliche und nutzlose Aspekte des Filmemachens: »Langsam kommt das Leben in Hollywood zum Stillstand. Es werden immer weniger Filme gemacht, deren Geltung wird immer geringer, und die Produktionskosten steigen ins Unermessliche. Es reicht, um einen schwindlig zu machen.« Er erläutert mit Tiefblick und Erkenntnis die Regeln der Hollywoodspiele, beantwortet Fragen: »Was in aller Welt tun Produzenten eigentlich?« und verschweigt keine Geheimnisse: »Schon früh hat man mir beigebracht, daß das Filmgeschäft ein dunkles Geheimnis hat: alle Filme spielen Geld ein. Der Profit fließt von oben nach unten, und je höher man in der Hierarchie steht, desto mehr bekommt man. Je weiter man von der Quelle weg ist, desto weniger kommt dort an. Das ist die wahre Bedeutung des Begriffs »Nettogewinn«, den man frei mit »ha, ha« übersetzen könnte.«
Der Autor verabscheut Zielgruppen, nichtssagendes Schauspiel und trügerisches Drehbuchschreiben: »Die Sprache moderner Drehbücher gleicht zunehmend Kontaktanzeigen. Protagonisten werden beschrieben wie Menschen, die nach einem Partner suchen: schön, klug, komisch, mag lange Spaziergänge und Hunde, ist gefühlsbetont, aufrichtig, sexy. Diese Beschreibungen ersetzen Dialoge und Einstellungen, die einzigen Aspekte an einem Drehbuch, die tatsächlich wichtig sind.«

Erfrischend angriffslustig gibt David Mamet ernüchternde und witzige Antworten auf Fragen aus allen Bereichen des Filmemachens, vom Konzept über das Skript bis hin zur Darstellung auf der Leinwand. Halbgötter und heilige Kühe des Filmgeschäfts – seid vorsichtig! Aber für den Rest ist Mamets Wahrheit zur Macht in Hollywood eine unterhaltsame Lektüre.

»Ein scharfsinniges und kluges Buch und dabei höchst amüsant.« International Herald Tribune

»Mamet hat sich angeschickt, die große Party der Filmbranche gezielt zu torpedieren. Er hat ein Buch auf den Markt gebracht, in dem er über all das ausgiebig redet, worüber das Business lieber schweigt.« Frankfurter Rundschau

»Eine Reihe gleichermassen unterhaltsamer wie ernüchternder, aufschlussreicher und luzider Essays über Hollywood gestern, heute, morgen.«
Petra Castell, RBB kulturradio, (November 2008)

»Geistrich, bissig und pointiert (...) Ein sympatisches Buch voller überraschender Einsichten, sperriger Ansichten und unterhaltsamer Anekdoten.«
Ingo Tornow, ekz-Informationsdienst

»Drei Jahre schon habe ich mich über die Titelaufmachung mit 264 S. / Fadenheftung / ISBN-Zahlenkette gewundert. Jetzt hab' ich es endlich begriffen, dieses Transparenzetikett. Wie bei den gläsernen Computern. David Mamets "Bambi vs. Godzilla" über das amerikanische Filmbusiness ist so kompromisslos einsichtsreich und nebenbei die Spielregeln jedes anderen Medienbusiness' durchleuchtend. Wo steht der Autor, wo die ISBN? Hier beide vorn! Aber was alles ist bei diesem Verlagsprogramm der Theater- und Filmabenteuer dahinter. Mamet ist ein gutes Beispiel. Er ist Dramatiker und Filmregisseur, und noch dazu begabt, die eigene Arbeit umwerfend erklären zu können. Sein Stück "Oleanna" wurde an allen wichtigen deutschen Bühnen gespielt. Das ist zwar jetzt schon eine Weile her, aber den Essayisten Mamet kennen deutsche Leser nur durch den Alexander Verlag. Vier Bücher sind es schon, die man nicht nur liest, sondern in die man immer wieder reinguckt, wenn es Probleme mit den Spielregeln gibt. Mamet sei dank, und natürlich seinem deutschen Verleger!«
Thomas Irmer