»Heiner Müller gilt vielen als ein komplizierter Dichter, schwer verständlich. Er selbst sah das anders: „Ich halte mich für einen völlig primitiven Autor", sagt er. Wer sich die 36 Stunden in Ruhe zu Gemüte führt, wer ihn lesen, argumentieren, reden, streiten, albern, kontern oder ausweichen hört, der wird ihn nicht primitiv finden, aber gut zu verstehen. Man lernt und übt mit ihm einen ganz eigenen, erhellenden Blick auf die Welt. Und auch der Müller-Fan erfährt dank dieser Auswahl Neues, die meisten der Gespräche sind nicht gedruckt. (...) Dem Menschen und Autoren Heiner Müller kommt man derzeit wohl nirgends so nah wie mit dieser Auswahl.« Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung
»36 Stunden Originalton Heiner Müller hat jetzt der Alexander Verlag herausgebracht (...) Ein Leben in Äußerungen, die nie zu viel, nie zu wenig und immer mitteilen wollen.« Natascha Freundel, NDR Kultur
»Wer die Erst- oder Wiederbegegnung mit einem der bedeutendsten Nachkriegsdramatiker sucht, der kann sich in einen wahren Heiner Müller-Rausch hineinhören. (...) Wenn man Müller hört, dann wird deutlich, wie wenig die Zeit seinen Texten anhaben konnte. Er ist hoch aktuell geblieben. Die Herausgeberin Kristin Schulz hat einzigartige Tondokumente gefunden und ein fast 200 seitiges Begleitbuch mit Kommentaren und Verweisen verfasst, das einen verlässlichen und über die Maßen hilfreichen Kompass darstellt, um im Müller-Hallraum nicht die Orientierung zu verlieren.« Michael Opitz, Deutschlandradio Kultur
»Von der Kolonialismus-Anekdote bis zum Kafka-Text: Eine CD-Edition präsentiert 36 Stunden Heiner Müller im Originalton - und zeigt den Dramatiker und Lyriker von einer unbekannten Seite.« John Goetz, SPIEGEL online
»Die junge Germanistin Kristin Schulz hat für diese Sammlung, die in der bisherigen Literaturgeschichte ohne Beispiel ist, ausdauernd Archivkeller durchforstet. (...) Müllers Mündlichkeit machte dem hohen deutschen Dichterton den Garaus – nur um erst recht mit einem Pathos ganz eigener Art die Diskursbühnen zu erobern. Doch die Aufnahmen präsentieren nicht nur die unermüdliche Anekdotenmaschine oder den weise vor sich brabbelnden Schamanen. Vielmehr erweist er sich als unablässiger Produzierer und Austester von Worten, Ideen und von ihm frisch gemixten fremden Gedanken – das Sprechen wird zum Teil des künstlerischen Schaffens. (...) Insofern ist diese Sammlung für Müller-Maniacs ein Muss, zumal sie sich nicht mit den drei ja bereits voluminösen Gesprächsbänden in der Suhrkamp-Werkausgabe doppelt.« Alexander Cammann, DIE ZEIT
»Müller schließt in seinen Interviews und Statements immer wieder kalten Ekel, rasiermesserscharfe Analysen und tiefschwarzen Humor kurz. (...) Insgesamt 36 Stunden Heiner Müller, samt dem berühmten Räuspern, den verblüffenden Gedanken- und Assoziationssprüngen und der Lakonie, die ungerührt von der Brutalität des Faktischen ausgeht. Man hört Heiner Müller beim Denken zu. Und das ist wesentlich faszinierender als das Gemurmel des gesamten derzeitigen Kulturbetriebs und abgründiger als etwa 99 Prozent dessen, was so im Theater läuft. Wer sich diese CD-Edition entgehen lässt, ist selber schuld.« Peter Laudenbach, tip
»Die 36 Stunden der gigantischen Originaltonedition des Alexander Verlags unterminieren alle vorgefassten Meinungen über diese schillernde Figur der deutschen Nachkriegsliteratur, an der sich nach wie vor die Geister scheiden.« Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk
»Das strikt Dokumentarische der Edition bietet hinlänglich Gelegenheit, Heiner Müllers – erstaunlich leiser – Stimme nachzulauschen und einer Lesekunst, die sich jedes emphatische Moment versagt. Nicht zuletzt ist es der immer wieder durchblitzende Humor, welcher auf befreiende Weise das Pathos der «grossen Geschichte» hintertreibt. Phänomenal ist das knapp 200 Seiten starke Textbuch, welches penibel nicht nur jede einzelne Aufnahme nach Zeit und Ort verzeichnet, sondern jedem Einzeltrack Paraphrase und Kommentar beigibt. Besser geht es nicht.« Christiane Zintzen, Neue Zürcher Zeitung
»36 Stunden Hörmaterial der unterschiedlichsten Art enthält diese von Kristin Schulz mustergültig edierte Box. Ihre Arbeit hat sich gelohnt: Das Ergebnis ist kaum weniger als eine akustische Form von Werkausgabe, nicht nur weil damit über zwei Jahrzehnte von Müllers Schaffen abgedeckt sind, sondern weil eine eigenständige Dimension der Begegnung mit seinem Werk ermöglicht wird: eben nicht über die "tote" Schrift, sondern durch die faszinierende Stimme Heiner Müllers. Dadurch entsteht eine Lebendigkeit und oft geradezu unheimliche Präsenz, die Müllers Texte zu einer Erfahrung werden lassen.« Uwe Schütte, Wiener Zeitung
Hier finden Sie eine umfassenden Sammlung aller bisherigen Müller-MP3-Besprechungen inklusive Audiodateien der Interviews (zum Nachlesen und Nachhören): http://www.planetlyrik.de/heiner-muller-muller-mp3/2011/07/
Medien
Heiner Müller, Gulu-Anekdote (1990)
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Heiner Müller liest "Wolokolamsker Chaussee IV", 1987
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Heiner Müller über die Schliessung von Theatern (1991)
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Heiner Müller liest "Schatten" von Edgar Allen Poe (1991)
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Heiner Müller liest einen Aufruf zur Gründung freier Gewerkschaften am 4.11.1989 auf dem Alexanderplatz, Berlin
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