»Roher Stoff, unbehauen, unverstellt, echt. Leben ist Erleben. Leben ist Schreiben. Wann vorher, wann nachher hat ein Schriftsteller eine ähnlich euphorische Wirklichkeits-, eine ähnlich existentielle Schreibposition vertreten? Jörg Fauser war vierzig Jahre alt, als sein autobiographischer Roman Rohstoff erschien. Drei Jahre später war er tot. Gut, daß er es vorher aufgeschrieben hat, sein Leben, in diesem großen Buch über sein Alter ego, Harry Gelb. Alles selbst erlebt, selbst gelebt, den unendlichen Drogenrausch am Bosporus, die Selbstheilung nach Burroughs' Vorbild mit der Antidroge Apomorphin. Und die Reise dann zurück nach Frankfurt, ins ›Milieu‹, in die Heimat. (…) Das Leben als Anarchist in den Kommunen von Berlin. Und der Haß, der Haß auf das Kultur-Establishment, die ganze lebensverdrängende, wirkliche westdeutsche Gegenwart von 1968: Dieser deutsche Brei, diese klebrige Soße schmeckte so schlecht, weil sie zubereitet war aus den Rückständen politischer Krankheiten, aus den überlebten Doktrinen des Jahrhunderts, und angereichert mit den politischen Modebegriffen der jeweiligen Saison.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die wirkungsvollsten deutschen Bücher der letzten 20 Jahre
»Es war ein Gegenwartshunger, der Fauser antrieb, sein Thema war dieses Deutschland, war diese BDR, die er mit einer Genauigkeit schilderte, die der Reporter gelernt hat. Rohstoff ist sein bestes, sein bleibendes Buch.«
Die Zeit
» Rohstoff ist Fausers bester Roman. Das autobiografische Zeugnis, in dessen Mittelpunkt Fausers Alter Ego Harry Gelb steckt, ist Zeitdokument, drastische Lebensbeschreibung und ein Porträt der Underdogs der sechziger und siebziger Jahre.«
Wolfgang Paterno, PROFIL
»In kurzen Kapiteln skizziert Fauser die irrlichternde Karriere eines Antihelden, der überall auf der Schwelle stehen bleibt und nicht eintritt in die geregelten Systeme der Arbeitswelt oder der Kulturszene. Seine Zeitkritik äussert Fauser nicht als überlegener Diagnostiker, sondern kleidet sie in messerscharf beobachtete, oft liebevoll ironisierte Milieuschilderungen – die Verhältnisse in den zimmerpflanzenbestückten Büros der Bundesbank ebenso wie jene im verrauchten Halbdämmer der Stammkneipe«.
Regula Fuchs, Der Bund
Zu Rohstoff gibt es auch einen Film:
Rohstoff. Der Schriftsteller Jörg Fauser. Ein Dokumentarfilm von Christoph Rüter (3SAT)
Der Berliner Filmemacher Christoph Rüter besucht mit dem Schriftsteller Franz Dobler Jörg Fausers Mutter Maria, den Freund und Verleger Carl Weissner und den "deutschen Krimipapst" Martin Compart. Außerdem begleitet er Wiglaf Droste, Benjamin von Stuckrad-Barre und Franz Dobler auf ihrer Lesereise 2004 mit Fauser-Texten. (Mit Gabriele Fauser, Maria Fauser, Werner Mathes, Jürgen Ploog, Achim Reichel, Charles Schumann u.a.)
Medien
Benjamin von Stuckrad-Barre liest aus Jörg Fausers autobiographischem Roman
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Fauser bei MDR figaro
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AW zu Fausers 65. Geburtstag, RBB Kultur
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Alexander Wewerka im Gespräch über Fauser im Deutschland Radio Kultur
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