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Alexander Verlag
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Die Übermalung

Die Übermalung

Roman

ersch. Oktober 2026

gebunden. Schutzumschlag. 320 Seiten
ISBN 978-3-89581-668-0

ca. 24,– € *

Eine Reise in die Abgründe der deutschen Seele

Florentin Eyb, der in der Nacht der Kapitulation von Stalingrad geboren wurde, will nach dem Abitur Engländer werden. Im Filmclub einer englischen Universität sieht er einen Film über die deutschen Vernichtungslager und erkennt, dass sich die Last des Unbegreiflichen nicht abwerfen lässt. Er kehrt zurück, geht zum Theater – und gerät mit den Weggefährten seiner Generation so unausweichlich ins Hadern, dass es immer wieder zum Bruch kommt. In ihm hallen die Gesänge nach, die ihm die Mutter ins Ohr sang, als der Vater in Russland war. Die Frage, warum sie nach dessen Rückkehr verstummt ist, konfrontiert ihn mit dem Phänomen der hysterischen Lähmung. Im Berlin der Nachwendejahre erlebt er, wie bei seinen Weggefährten die Masken von Gesinnung und Heuchelei fallen. Er predigt ihnen, dass sie den Seelenschaden ausloten sollten, den sie ihren von Terror, Krieg und den eignen Verbrechen traumatisierten Vätern verdanken, statt ihn mit dem Firlefanz welker Gedanken und falscher Bewegungen zu übermalen.

»Wir fürchten uns vor dem Schmerz, der in unsrer Erinnerung lauert, und verzweifeln daran, dass wir die Liebe nicht finden«, notiert er, während er staunend verfolgt, wie eine neue Generation von Frivolen mit den Mitteln der Ironie überspielt, was die Ernsthaften seiner Generation in die Lähmung trieb. Die Suche nach dem »Verschwundenen« wird zur Reise in die Abgründe der deutschen Seele.

Michael Eberth geht in seinem Roman der Frage nach, ob das Theater der letzten Jahrzehnte bei allem vom Staatsgeld finanzierten Glanz eine Übermalung des Seelenschadens ist, den wir über Generationen den fatalen zwölf Jahren verdanken.